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Warten an der roten Ampel

Vor dem Frauenfrühstück in Christkönig habe ich noch Brot bei der Bäckerei in der Nähe gekauft. Jetzt fahre ich zur Kreuzung, die Ampel ist grün, ich freue mich und will schon mit meinem Rolli über den Zebrastreifen fetzen. Da halte ich plötzlich inne. Nein, ich will ja gar nicht in diese Richtung! Ich wende mich auf die andere Seite. Hier ist die Ampel rot und ich muss warten. Und ich muss schmunzeln. Auch wenn die Ampel grün ist, ist es nicht immer gut, darüber zu gehen. Wenn es nicht die richtige Richtung ist, dann ist es besser, an der roten Ampel zu stehen, auch wenn ich dann warten muss. Das klingt banal. Aber ich glaube, auf unser Leben übertragen, ist das eine wichtige Erkenntnis: Innehalten und fragen, was mein Ziel ist. Das Ziel kennen und mit einer “heiligen Sturheit” verfolgen, sich nicht ablenken lassen, auch wenn andere Wege leichter aussehen. Bereit sein, geduldig zu warten, bis der Weg in die richtige Richtung frei ist. Und dann Schritte setzen, unserem Ziel entgegen – unserem kleinen Ziel entgegen, mitten im Alltag, aber vor allem auch unserem großen Ziel entgegen, das Gott selbst ist.

 

Elfriede Demml, Pastoralreferentin im Seelsorgeraum Graz-Südwest

© 2015 Elfriede Demml - Mit Gott im Alltag

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