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Himmlisches Lieferservice

 

Ein Freund hilft mir bei einigen Reparaturarbeiten in meiner Wohnung. Er würde am Samstag um 9 Uhr kommen. Ich weiß nicht, wie lange er dafür brauchen wird, aber schon am Vortag mache ich mir Gedanken, dass ich echt gerne ein Mittagessen für ihn hätte, falls er noch über Mittag da sein würde. Die Assistentin, die am Wochenende bei mir Dienst hat, bringt mir immer Essen mit, das sie zu Hause auch für ihre Familie gemacht hat. Ich finde es echt lieb, dass ich da immer was davon abbekomme und fände es ein bisschen frech, zu fragen, ob ich noch mehr haben könnte. Außerdem bringt sie mir in der Regel eh mehr als genug mit und so hoffe ich einfach, dass es auch diesmal so viel sein wird, dass ich gut teilen kann.

Inzwischen ist es Samstag Vormittag und der Freund hat gerade begonnen, sich an sein Werk zu machen, als es an meiner Wohnungstür klingelt. Mein syrischer Nachbar und seine kleine Tochter stehen vor der Tür und er fragt mich, ob ich schon gefrühstückt hätte. "Ja" antworte ich. Er schaut mich zögernd an und sagt dann: “Ich bringe dir trotzdem noch etwas." Dann sieht er, dass ich einen Gast bei mir habe und fügt hinzu: “Ich bringe euch beiden etwas.” Wenig später kommt er mit zwei Tellern gefüllt mit frischen warmen Falafel und Gemüse zurück. Ich kann echt nur staunen. Ich werde öfters von meinem Nachbarn mit Essen beschenkt, aber bis jetzt war es immer nachmittags oder abends, noch nie ist mein Nachbar am Vormittag zu mir gekommen und hat mir Essen gebracht, aber heute schon, weil ich genau heute ein Essen für meinen Helfer gebraucht habe. Selbst wenn ich Essen für Mittag organisiert hätte, wäre es umsonst gewesen, weil mein Helfer nicht so lange für seine Arbeiten gebraucht hat und mittags gar nicht mehr da war. Es war also wirklich genau zur rechten Zeit. Das kann echt nur ein himmlisches Lieferservice sein.

 

Elfriede Demml, 17. Jänner 2026

© 2015 Elfriede Demml - Mit Gott im Alltag

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