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Fatima

Ich sitze im Zug. Mir gegenüber sitzt eine verheult aussehende Frau. Sie trägt die Kleidung der Mitarbeiter des Boardservice, ist aber offensichtlich außer Dienst. Um die Mittagszeit frage ich sie, ob sie mir vielleicht meine Suppe aus dem Rucksack geben könnte und denke mir, das wäre eine gute Gelegenheit, um mit ihr ins Gespräch zu kommen. Sie gibt mir die Suppe und meint: "Aber die Suppe ist ja kalt!" Ich sage ihr, dass das nicht so schlimm wäre. Aber sie besteht darauf, dass sie mir die Suppe aufwärmen geht im Boardrestaurant und dann kommt sie mit einer wunderschön servierten Suppe zurück, als hätte ich sie direkt im Bordrestaurant bestellt. Ich bin berührt, wie sehr sie sich um mich kümmert. Nachdem ich die Suppe gegessen habe, frage ich sie, ob ich vielleicht als Dankeschön für sie beten dürfe. Und sie freut sich sehr und setzt sich sofort neben mich hin und nimmt meine Hand. Ich frage sie nach ihrem Namen. "Fatima” Ich staune und frage sie, ob sie gläubig sei und ob sie den Wallfahrtsort Fatima kenne. Beides verneint sie. Trotzdem freut sie sich sehr, als ich für sie bete. Jesus hat gesagt: “Und wer einem von diesen Kleinen auch nur einen Becher frisches Wasser zu trinken gibt, weil es ein Jünger ist - Amen, ich sage euch: Er wird gewiss nicht um seinen Lohn kommen.” (Matthäus 10,42) Sie hat mir mehr als Wasser gegeben, sie hat mir warme Suppe gegeben und so bete ich, dass Gott sie reich belohnen wird, dass er ihr Heil schenkt und dass er ihr Herz mit Freude und Frieden erfüllt.

Nachdem ich ihre Offenheit merke, erzähle ich ihr auch noch von Fatima und sie hat im Anschluss daran sogar noch im Internet darüber gelesen und gemeint, dass sie die Geschichte wunderschön fände! So schenke ich ihr dann noch eine Marienmedaille, die ich in meiner Tasche finde, weil ich mir denke, wenn sie schon Fatima heißt, dann braucht sie auch eine Mutter Gottes. Und es berührt mich, wie liebevoll sie die Marienmedaille anschaut, bevor sie sie in ihre Tasche packt.

Wieder eine Überwindung, jemanden anzusprechen, die sich gelohnt hat.

 

Elfriede Demml, 13. Marz 2026

© 2015 Elfriede Demml - Mit Gott im Alltag

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